Ein Studium in einem fremden Land ist Herausforderung und Chance zugleich. So müssen kulturelle Unterschiede und sprachliche Barrieren überwunden werden. Genau dadurch können sich Auslandsstudierende aber auch weiterentwickeln und ihren Horizont erweitern. Um aus erster Hand zu erfahren, wie sich der Studienstart fern der Heimat anfühlt, haben die Redaktionsmitglieder Paola und Mary Kommilitonen, die für das OMM-Studium nach Deutschland gekommen sind, interviewt.

Polina Visheva: „Mir war es sehr wichtig, dass mein Studium nicht nur einen speziellen, sondern unterschiedliche Bereiche abdeckt.“

Polina (24) aus dem russischen Sankt-Petersburg wohnt seit vier Jahren in Deutschland. Seit einer Exkursion mit der Schule hat sie sich für das Land interessiert. “Es hat mich gewundert, wie stark die Traditionen und das moderne Leben in der Gesellschaft miteinander verbunden sind und wie harmonisch alles ist. Direkt nach dem Schulabschluss habe ich mich für ein Auslandsstudium entschieden und dafür glücklicherweise finanzielle Unterstützung von meiner Familie erhalten.“

 

Zu Beginn ihres Studiums stellt die Sprache eine große Hürde für Polina dar: „Ich kannte zunächst kein deutsches Wort außer „Bier“. Ich dachte es wäre am besten, die Sprache in Deutschland zu lernen. Natürlich war das nicht immer einfach. Einmal habe ich zum Beispiel aus Versehen eine Pizza mit Sardellen bestellt, obwohl ich eine Allergie gegen Fisch habe. Trotzdem (oder gerade deswegen) bin ich weiterhin motiviert, Deutsch zu lernen“.

Mittlerweile liegen zwischen dieser Erfahrung und der Gegenwart ein Deutschkurs, ein einjähriger Besuch eines Studienkollegs, eine Tätigkeit als Freelancerin im Bereich Online-Journalismus und schließlich die Bewerbung und Aufnahme an der Hochschule der Medien. „Mir war es sehr wichtig, dass mein Studium nicht nur einen speziellen, sondern unterschiedliche Bereiche abdeckt. Außerdem wollte ich wissen, welche Themen- und Handlungsfelder es im Medienbereich gibt. Deshalb habe ich mich für den Studiengang Online-Medien-Management entschieden.“

Liudmyla Lazarevych: „Ich habe jeden Tag geübt, um meine Ängste und Hindernisse zu überwinden.“

Liudmyla (25) aus der Ukraine wohnt ebenfalls seit vier Jahren in Deutschland. Sie hat einen Masterabschluss als Lehrerin und Übersetzerin für die deutsche und englische Sprache. Im Gegensatz zu anderen Auslandsstudierenden kann Liudmyla daher viel Erfahrung mit der deutschen Sprache vorweisen.

“Ich war elf als ich anfing, mir Deutsch anzueignen. Zuerst lernte ich die Sprache in der Schule; zusätzlich nahm ich noch Privatunterricht. Anschließend belegte ich an der Universität in der Ukraine Deutsch als Hauptfach. Als ich nach Deutschland kam, habe ich einen Sprachkurs besucht und konnte die Prüfung des Goethe Instituts (C2 – Großes Deutsches Sprachdiplom) erfolgreich ablegen.“

Dennoch ergab sich für Liudmyla die ein oder andere Schwierigkeit: „Früher hatte ich große Probleme, da mir die deutsche Grammatik schwerfiel. Jedoch war Deutsch für mich wie Sport: Ich habe jeden Tag geübt, um meine Ängste und Hindernisse zu überwinden. Mir ist klar, dass Deutsch nie meine Muttersprache sein wird. Dennoch habe ich jetzt keine Angst mehr, etwas Falsches zu sagen oder meine Gedanken in Worte zu fassen“.

Zusätzlich zu ihrem ukrainischen Masterabschluss wollte Liudmyla ein Studium im Medienbereich absolvieren. Bei der Auswahl des passenden Studiengangs war für sie die Praxisorientierung ein entscheidendes Kriterium: „Mir ist es wichtig, nicht nur die theoretischen Grundlagen zu beherrschen, sondern auch die Möglichkeit zu haben, meine Kenntnisse sofort anzuwenden.“ An Online-Medien-Management schätzt Liudmyla die Möglichkeit, Einblicke in mehrere Bereiche zu bekommen: „Dass man nicht auf einen Schwerpunkt beschränkt ist, finde ich gut. Dadurch kann man sich mit ganz unterschiedlichen Themen beschäftigen, vielfältige Tätigkeiten ausprobieren und so seine wahre Leidenschaft kennenlernen. Die Projekte im Rahmen der Lehrveranstaltungen helfen dabei sehr“.

Konstantina Altaparmakova: „Ich finde es super, dass der Studiengang zukunftsorientiert und interdisziplinär gestaltet ist“

Auch Konstantina (20) traute sich trotz sprachlicher Hindernisse ein Studium in Deutschland ins Auge zu fassen. Die Bulgarin, die seit letztem Sommersemester in Deutschland wohnt, entschied sich bei der Suche nach ihrem ganz persönlichen akademischen Lebensweg für die Hochschule der Medien. „Es war auf jeden Fall mein Wunsch an der Hochschule der Medien zu studieren. Gerade im Medienbereich ist das aus meiner Sicht eine der besten Bildungsstätten Deutschlands.“

 

Am Online-Medien-Management-Studium begeistert Konstantina die Kombination aus Informatik, BWL und Medien. „Ich finde es super, dass der Studiengang zukunftsorientiert und interdisziplinär gestaltet ist. In Bulgarien gibt es meiner Meinung nach keine angemessenen Bildungsmöglichkeiten im Bereich der Medien beziehungsweise im Online-Marketing. Es werden lediglich Internetkurse oder Ähnliches angeboten – und das, obwohl in Bulgarien Fachkräfte im Bereich E-Business, Digital- und Online-Marketing sowie IT enorm gefragt sind“.

Ebenfalls findet Konstantina, dass alle Lehrveranstaltungen eng miteinander verzahnt sind. „Inputs aus der einen Veranstaltung lassen sich auf andere Veranstaltungen übertragen. Wissen und Fähigkeiten werden auf diese Weise vertieft, weil die zu besprechenden Themen oft aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den verschiedenen Lehrveranstaltungen angesprochen werden. Zudem ist der Praxisbezug sehr stark. Die Dozenten legen in ihren Vorlesungen zwar einen großen Wert auf theoretische Konzepte, aber auch auf aktuelle Beispiele aus der Wirtschaft, Case Studies, Kampagnen von realen Unternehmen und praktische Gruppen-Übungen während der Vorlesung“.

Außerdem betont sie, dass sie sich in diesem Studiengang fundierte Kenntnisse über Crossmedia-Marketing, E-Business, Webanwendungen und Social-Media Analytics aneignet. „Mithilfe der im Studiengang erworbenen Kompetenzen kann man digitale Strategien unter Berücksichtigung rechtlicher, technischer und unternehmensspezifischer Aspekte entwickeln und realisieren“, so Konstantina.

Einen zusätzlichen Grund für den Umzug nach Deutschland beschreibt sie wie folgt: „Ich habe die deutsche Sprache in der Schule erlernt und hatte damals keine Probleme damit. Bezüglich der schriftlichen Kommunikation sowie des Hör- und Leseverstehens fühlte ich mich immer sicher und ausreichend vorbereitet, um in Deutschland zu studieren. Jedoch fiel mir das Sprechen zu Beginn meines Studiums schwer. Aber schon nach kurzer Zeit habe ich mich daran gewöhnt”.

Alle interviewten Studierenden haben während ihres Auslandsstudium persönliche Hindernisse überwunden und Erfolge erlebt. Und in einem Punkt sind sich alle einig: Das Online-Medien-Management-Studium in Deutschland zu meistern ist eine gewinnbringende Erfahrung.

/MM, PP

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