Viele Online-Medien-Management-Studierende (OMM) entscheiden sich dafür, einen Studienaufenthalt im Ausland zu absolvieren und liegen damit voll im Trend: Wie eine Erhebung des Statistischen Bundesamt ergeben  hat,  hat  sich  die  Anzahl  von  Studierenden mit einem Auslandssemester von 64.800 im  Jahr 2003 auf 134.500 im Jahr 2013 fast verdoppelt. Auch die vier OMM-Studierenden Luong Mai Vu, Nathalie Hammon, Timo Springer und Lukas Neuffer sind seit Ende Juli außer Landes und verbringen das Wintersemester 2016/17 an der Nanyang Technological University in Singapapur. In einem Interview berichten sie von ihren Vorbereitungen, der Auswahl von Kursen an der Partnerhochschulen und den ersten Eindrücken im neuen Studienumfeld.

Warum habt ihr euch für die Nanyang Technological University in Singapur entschieden?

Lukas: “Singapur hat eines der besten Bildungssysteme weltweit. Die junge und sehr moderne NTU  gilt  hierbei  als  Vorzeigeuniversität  und  belegt auch auf den internationalen „QS University Rankings“ einen der vorderen Plätze. Zudem hat uns die Vielfalt der hier im Einklang lebenden Kulturen, das breite Angebot an Kursen und die perfekte Ausgangslage für Reisen in Südostasien sehr gereizt.”

Wie lief die Bewerbung ab und welche Tipps könnt ihr zukünftigen Bewerbern geben?

Lukas: “Am Anfang hat jeder von uns sehr viele Informationen zu den möglichen Universitäten gesammelt. Durch den Kontakt mit Frau Ebner und Studierenden, die bereits im Ausland waren, hat sich unser Wunsch, an der NTU zu studieren, gefestigt. Danach musste ein Bewerbungsformular mit einem Motivationsschreiben, einem Lebenslauf und dem bisherigen Notenspiegel im Akademischen Auslandsamt eingereicht werden. Im Anschluss wurden wir zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Informiert euch frühzeitig und nehmt euch für das Motivationsschreiben und den Lebenslauf genug Zeit. Wenn ihr euch optimal vorbereitet habt, könnt ihr euch in eurer Wahl sicher sein und findet im Bewerbungsgespräch genügend Argumente für eure Wunschuniversität.”

Luong Mai: “Nutzt auch während eurem Studium schon die Gelegenheit internationale Kontakte zu knüpfen, beispielweise durch die Teilnahme am Buddy-Programm. Das hilft, um einen Einblick in die Kultur und das Studentenleben des Wunschlandes zu bekommen und erleichtert es überzeugende und individuelle Argumente zu finden, die einem beim Auswahlgespräch oder Motivationsschreiben weiterhelfen.”

Nathalie: “Außerdem ist es ratsam, im Vorfeld Kontakt mit Kommilitonen aufzunehmen, die bereits an eurer Wunschuniversität studiert haben, da sie einem auch über die Bewerbungsphase hinaus als Ansprechpartner behilflich sein können.”

Welche Aspekte dürfen bei der Planung des Auslandssemesters auf keinen Fall fehlen?

Timo: “Es sollte geprüft werden, ob die Universität im jeweiligen Wunschland passende Kurse anbietet, welche Kosten aufkommen und wie diese finanziert werden können. Hierbei gilt es vor allem auch zu schauen, welche externen finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten angeboten werden und wie die Fristen liegen (PROMOS, BW Stipendium, Auslands-BAföG).”

Nathalie: “Auch der Zeitrahmen des Auslandsemesters will gut durchdacht sein, da bei manchen Universitäten das Studienjahr in Trimester aufgeteilt ist, oder der Studienbeginn im Ausland mit der Prüfungsphase an der HdM kollidiert. Aus eigener Erfahrung empfiehlt es sich, rechtzeitig mit der Planung und Organisation zu beginnen, weil u. a. das Klären der Wohnsituation (z. B. die Zwischenvermietung des WG-Zimmers) oder bürokratische Hürden oftmals länger dauern als gedacht. Zudem ist es natürlich wichtig, dass man sich um einen gültigen Reisepass, ein Visum, eine Auslandskrankenversicherung, Impfungen und um eine detaillierte Packliste vor Reisebeginn kümmert.”

Wie steht es um die Kurswahl an der NTU?

Luong Mai: “Auf der Website der Universität erhält man eine umfassende Kursliste mit kurzen Beschreibungen zu den Vorlesungsinhalten und Prüfungen. Die meisten Kurse haben dabei einen starken Praxisbezug. OMM-Studenten können an der NTU aus mehreren Fakultäten Kurse belegen. Deshalb ist das Angebot immens und egal in welche Richtung man gehen möchte, findet man immer passende Kurse.”

Timo, du hast sogar das PROMOS Stipendium für deinen Auslandsaufenthalt bekommen. Wie kam es dazu und wie sehen die Leistungen aus, die du dadurch beziehen darfst?

Timo: “Für das PROMOS Stipendium musste ich ein Motivationsschreiben verfassen, meinen Notenspiegel einreichen und einen Überblick über meine finanzielle Situation darlegen. Dann hieß es erstmal mehrere Monate auf eine Rückmeldung warten, die dann aber glücklicherweise positiv ausgefallen ist! Circa 2.000 Euro werde ich durch das PROMOS Stipendium erhalten, muss dafür aber auch ein paar Dinge erfüllen, da die Zahlungen in drei Teile aufgegliedert sind. Am Ende es Semesters muss beispielsweise ein umfassender Bericht abgegeben werden und man ist dauerhafter Ansprechpartner für den DAAD. Ich bin wahnsinnig dankbar für das Stipendium, da mir dadurch eine finanzielle Last genommen wurde und sich für mich nun viel mehr Möglichkeiten ergeben!”

Wie war euer erster Eindruck von Singapur?

Lukas: “Es ist zwar nicht für jeden von uns der erste Aufenthalt in Singapur, aber wir sind uns einig, wenn wir sagen, dass wir von der Vielfalt der Kulturen und dem friedvollen Zusammenleben der Menschen überwältigt waren. Das Klima hat uns die ersten Tage ein wenig zu schaffen gemacht, aber nachdem wir uns akklimatisiert hatten, fühlten wir uns sehr schnell wie zu Hause und genießen die neuen Eindrücke und vor allem das tolle Essen!”

Welche Erwartungen habt ihr an euer Auslandssemester?

Nathalie: “Von unserer Zeit an der Nanyang Technological University erhoffen wir uns, neben den für uns interessanten Kursen, uns vor allem durch neue Erfahrungen und Eindrücke als Person weiter zu entwickeln. Natürlich suchen wir nicht nur den Kontakt zu anderen Austauschstudenten, sondern vor allem auch zu Einheimischen, um so ein breites privates oder sogar berufliches Netzwerk aufbauen zu können. Außerdem wollen wir unbedingt andere Teile von Südostasien bereisen und kennenlernen.”

Gibt es schon Pläne, um Land und Leute noch besser kennenzulernen?

Luong Mai: “Da wir alle auf dem Campus leben, ist es sehr einfach neue Kontakte zu knüpfen und ins Gespräch mit anderen zu kommen. Zudem kann man sich für viele Freizeitaktivitäten anmelden, die zum einen von der Universität selbst, zum anderen vom Campus-Netzwerk angeboten werden. Auch gibt es jede Menge Sportteams wie Cheerleading und Tanzen, durch die man sehr schnell neue Freunde kennenlernen kann. In der studienfreien Zeit wollen wir zudem viel Sightseeing machen und uns das Land, wenn möglich, von den lokalen Studenten zeigen lassen.”

/AB

Quellen:

Statistisches Bundesamt: Deutsche Studierende im Ausland – Statistischer Überblick 2003 – 2013

Bildquelle:

T. Springer