Keine Frage taucht in Infoveranstaltungen zum OMM-Studium so häufig auf wie die nach dem IT-Anteil. Um die Online-Medienprofis von morgen bereits ab dem ersten Semester an komplexe Themen wie Webentwicklung heranzuführen, startete dieses Sommersemester das erste HTML-Tutorium für OMM-Studierende. Gemeinsam mit Tutor Max sprechen wir über das Konzept des Kurses. Außerdem gehen wir mit Studentin Nina der Frage auf den Grund, wieso das Wissen um technische Hintergründe für die Arbeit im digitalen Raum so wichtig ist und wann sie ihren persönlichen Aha-Moment im Bereich Programmierung hatte.

OMM – Vielfalt im digitalen Raum

Digitales Marketing, Digitalisierung, E-Business, Web Analytics, Performance Marketing, IT-Konzeption und -umsetzung, Projekt- und Produktmanagement, Content Creation – so unterschiedlich diese Berufsfelder in ihren Aufgabengebieten sein können, so sehr gleichen sie sich in einem Punkt: Sie alle stehen Absolventen des Studiengangs Online-Medien-Management weit offen. Wer sich für ein OMM-Studium entscheidet, geht diesen Weg oftmals aufgrund der vielfältigen beruflichen Möglichkeiten. Doch bedeutet das Studium nicht nur Vielfalt, sondern auch die Anwendung von Fähigkeiten im digitalen Raum. Das bringt die zweite Gemeinsamkeit der Berufsfelder hervor – sie alle arbeiten mit oder im World Wide Web, sie alle beschäftigen sich mit Webseiten. Wer könnte besser Inhalte für diese konzipieren, kreieren und managen, als diejenigen, die um deren Struktur wissen und über technische Grundkenntnisse verfügen?

HTML – die Grundlage des WWW

Seit diesem Sommersemester gibt es ein neues Angebot für OMMler: das HTML-Tutorium. Mit diesem werden die Studierenden langsam an das Thema Webentwicklung herangeführt. Das Gerüst einer jeden Webseite basiert auf „Hypertext Markup Language“. Die Auszeichnungssprache ist Grundlage aller Inhalte, die von Webbrowsern ausgegeben werden, wobei sie Webseiten und den darauf befindlichen Texten ihre Struktur gibt. Ergänzt wird sie mit Gestaltungsvorlagen, wie CSS (Cascading Style Sheets), die helfen, den Design-Aspekt umzusetzen.

Neu im OMM-Repertoire: Das HTML-Tutorium

Um den Erstsemestern die beiden Teilbereiche der Webentwicklung näherzubringen, treffen sich die drei Tutoren Max, Seren und Wasilios seit diesem Sommersemester wöchentlich in virtuellen Meetings mit den OMM-Neulingen:„Das Tutorium ist für unsere Erstis konzipiert und zielt darauf ab, ihnen die Grundlagen im Bereich HTML und CSS zu vermitteln. Wir gehen inhaltlich nicht zu sehr in die Tiefe, schreiben aber gemeinsam mit ihnen erste kleine Dateien, um sie auf das zweite Semester vorzubereiten. In der ersten Sitzung haben wir gemeinsam eine Datei angelegt, die jede Woche weiterentwickelt wird. Ziel ist es, einen persönlichen Steckbrief zu gestalten, der mit verschiedenen HTML-Elementen versehen ist. Haben die Studis diesen Part erfolgreich gemeistert, fangen wir gemeinsam mit ihnen an, das Dokument zu „stylen“. Am Ende hat somit jeder ein fertiges Dokument, bestehend aus HTML und CSS-Elementen. Dieses können die Studierenden dann im zweiten Semester als Grundlage nehmen und es als eine Art Spickzettel benutzen, wenn sie nicht weiterkommen“, berichtet Tutor Max. Er freut sich über die Gelegenheit, sein Wissen weitergeben zu können. „Ich hätte mir auf jeden Fall gewünscht, ein einführendes Tutorium im ersten Semester zu haben. Ich habe zwar gemerkt, dass mir das Thema Webprogrammierung sehr viel Spaß bereitet, die Fülle an neuen Informationen im zweiten Semester überforderte mich jedoch auch ein wenig. Ein sanfterer Einstieg in das Thema wäre gut gewesen“.

Dass Max und seine beiden Kommilitonen Seren und Wasilios nun die Chance bekommen, den Erstis eben diesen Einstieg zu ermöglichen, finden die drei besonders gut: „Den Kurs zusammen mit meinen Co-Tutoren zu gestalten, macht großen Spaß”, verrät Max. „Durch die Einschränkungen im Rahmen der Pandemie haben wir aktuell leider nicht die Möglichkeit, die Veranstaltung in Präsenz zu halten. Deshalb achten wir ganz besonders darauf, die Studierenden bestmöglich in den Online-Kurs einzubinden. Wir erkunden uns immer wieder bei ihnen, ob es Unklarheiten gibt und geben jedem die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wenn mal mehr Erklärungsbedarf besteht. Die Beteiligung ist sehr gut, was uns Tutoren freut. Für uns ist das Wichtigste, dass jeder mitkommt und niemand auf der Strecke bleibt, sodass am Ende alle ein individuelles Ergebnis haben.“

Wer mitreden will, braucht Wissen

Wer zu Beginn des OMM-Studiums noch nicht ganz von der Wichtigkeit der technischen Inhalte überzeugt war, ändert oft im Rahmen einer Werkstudententätigkeit oder während des praktischen Studiensemesters seine Meinung. So auch Nina. Sie studiert im siebten Semester und hatte bereits die Möglichkeit, ihr Wissen im beruflichen Kontext anzuwenden. Beim Thema IT und HTML-Kenntnisse muss sie schmunzeln. Sie berichtet von einer Situation aus dem Praxissemester, welches sie im Bereich Digital Marketing und Social Media in einem großen Stuttgarter Unternehmen absolvierte. Eine ihrer Aufgaben war die Content-Pflege für verschiedene Webseiten und Landingpages: „An einem Nachmittag stellte ich einen Fehler auf der von mir betreuten Website fest. Der Seitenaufbau war nicht, wie er sein sollte. Da ich jedoch allein für das Einpflegen von Inhalten zuständig war und mit einem separaten Contentmanagement-System arbeitete, gab ich den Kollegen in der IT-Betreuung Bescheid. Der Mitarbeiter am anderen Ende war etwas verwirrt, als ich ihm das Problem nicht nur meldete, sondern auch eine Idee zur Problemlösung äußerte. Eine Klammer im Quelltext fehlte. Solche Fehler kannte ich aus meinem damaligen Webprojekt im dritten Semester nur zu gut. Wie oft saß ich mit meinen Teammitgliedern zusammen und schlug die Hände über den Kopf, weil wieder einmal nichts funktionieren wollte. In den meisten Fällen waren es kleine Zeichenfehler, die sich im Code versteckten. So auch bei unserer Website.“

Das Beste an dem Gespräch sei jedoch nicht die Lösungsfindung selbst gewesen, sagt Nina. Für sie sei es viel wichtiger zu sehen, dass sie mit ihrem Basiswissen ihrem Gesprächspartner das Gefühl geben kann, mit ihr auf Augenhöhe kommunizieren zu können.

Der Aha-Moment

Besonders in der heutigen Zeit geht der Trend immer mehr zur interdisziplinären Teamarbeit. Experten unterschiedlicher Fachrichtungen kommen zusammen, um ein Gemeinschaftsprojekt umzusetzen. So sind Unternehmensbereiche wie Marketing, Kreation und IT nicht mehr strikt voneinander getrennt, sondern verfolgen ein gemeinsames Ziel. Ein gewisses Maß an Verständnis dem Gegenüber aufzubringen und mitreden zu können ist heute wichtiger denn je.

Um die Medienprofis von morgen genau auf dieses Berufsumfeld vorzubereiten, wird im OMM-Studium Wert darauf gelegt, auch technisch erste Kenntnisse zu vermitteln und dies in praktischer Form anzuwenden. Die Krönung bildet hierbei das von Nina angesprochene Webprojekt. Dieses findet mittlerweile im vierten Semester statt und gibt den Studierenden die Möglichkeit, all ihre Kenntnisse im Bereich Webentwicklung anzuwenden. „Anfangs war ich sehr überfordert“, berichtet Nina. „Ich bekam diese riesige, scheinbar unlösbare Aufgabe, bei der meine Teammitglieder und ich gar nicht wussten, wo wir anfangen sollten. Wir beschäftigten uns intensiv mit den Themen HTML, CSS und Programmierung und hängten uns voll rein. Nachdem die erste Ratlosigkeit überwunden war, ergab vieles plötzlich einen Sinn. Erste kleine Erfolgserlebnisse steigerten unsere Motivation. Programmieren fing an, Spaß zu machen und am Schluss waren wir richtig stolz auf das, was wir geschafft hatten.”

Dranbleiben lohnt sich

Auch im kommenden Wintersemester sollen die OMM-Erstis wieder die Möglichkeit haben, ein Tutorium zu besuchen. Das Angebot ist ein erster Schritt, um ihnen das komplexe, aber für Medienprofis wichtige Aufgabenfeld näherzubringen. Ninas Tipp an alle IT-(Ver)Zweifler: „Bleibt dran, es wird besser!” Aller Anfang ist schwer, aber irgendwann erlebt jeder seinen persönlichen Aha-Moment und spätestens im Berufsalltag ist das Wissen um technische Hintergründe Gold wert.

/Julia Treichel

Bildcredits: pexels.com

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