OMM-fuer-Newbies

Es ist mein erster Tag an der HdM als frischgebackene OMMlerin. Bewaffnet mit Stift und Block begebe ich mich zur BWL-Veranstaltung und schlage mein Lager ganz vorne in der ersten Reihe auf. Fleißig trage ich jedes Wort zu Papier, das aus Professorin Schwarzers Mund kommt. Langsam werde ich nervös: “Kommt das alles in der Prüfung dran?”. Rückblickend habe ich mit solchen Fragen dem Namen „Küken“ alle Ehre gemacht. Vier Semester später, als fast ausgewachsene Henne, kann ich nur schmunzeln, wenn ich an die Anfänge meiner Studienzeit zurückdenke.

Heute weiß ich, dass ich nicht jeden Satz, der in der Vorlesung fällt, auswendig lernen muss – erst recht nicht, wenn die Prüfungsleistung gar keine Klausur, sondern eine Projektarbeit ist. Gäbe es eine Zeitmaschine, würde ich meinem Küken-Ich gerne bei der ein oder anderen Sache auf die Sprünge helfen. Da das nicht möglich ist, überliefere ich hiermit sechs Lessons Learned an die Nachfolger:innen, Studieninteressenten und Erstis, die sich nicht gerne ins kalte Wasser werfen lassen.

Hier läuft es anders als an der Uni.

Wer noch nie zuvor studiert hat, könnte meinen, das Hochschulleben spiele sich ab wie in den Hollywood-Blockbustern “Natürlich Blond” oder “The Social Network” (choose your character). Die Realität sieht allerdings so aus: Die HdM ist mit etwa 5.000 Studierenden und drei Gebäuden eher familiär. In einem OMM-Semester gibt es rund 40 Plätze. Es dauert also nicht lange, bis ihr die Namen aller Kommiliton:innen, Dozent:innen und Bibliothekar:innen kennt. Die meisten Vorlesungsräume sind dementsprechend eher klein gehalten und stufenlos, damit ihr ohne Probleme einen Gruppen-Stuhlkreis bilden könnt.

Das macht die cOMMunity so besonders.

Der Studiengang erleichtert euch durch das zweitägige Kick-off-Treffen und die zahlreichen Gruppenarbeiten den Start in das Studierendenleben. Außerdem begleiten euch viele der Dozent:innen das gesamte Studium, denn die “Brains” hinter OMM unterrichten euch häufig in mehreren Fächern. Dadurch entsteht eine vertraute Atmosphäre, um ungescheut brennende Fragen zu stellen. Der Vorlesung zu folgen und Unklarheiten gleich aus dem Weg zu räumen, sind übrigens die halbe Miete bei der Prüfungsvorbereitung.

OMM ist ein sehr interaktiver Studiengang, der Teamarbeit und Projekte groß schreibt. Neben den klassischen Klausuren gibt es viele Lehrveranstaltungen, die einen Learning-by-doing-Ansatz verfolgen – und das geht am besten im Team! Projekte und Lerngruppen sorgen dafür, dass ihr nie auf euch alleine gestellt sein müsst. Also greift euch gegenseitig unter die Arme!

IT ist doch machbar!

Seid ihr besorgt um den IT-Anteil im Studium? Willkommen im Club. OMM ist eben kein Influencer-Bootcamp und besteht zu einem Drittel aus der Vermittlung von IT-Themen, unter anderem: Programmierung. Und das ist nicht nur was für Computer-Nerds, sondern auch die Geheimwaffe aller Medienexpert:innen.

Wer in der Medienbranche programmiert, entwickelt spannende Web-Anwendungen, gestaltet Styles für Webseiten und taucht in die Welt der Datenbanken ein. Das dafür erforderliche Wissen erlangt ihr in Fächern wie Technologische Grundlagen, E-Business und Wirtschaftsinformatik. Was ich anfangs für unmöglich hielt, wurde im vierten Semester mit der Programmierung einer eigenen Web-Anwendung möglich. Darüber hinaus lernt ihr Antworten zu allen Fragen rund um das Internet, allen voran: Wie funktioniert das eigentlich?

Das breitgefächerte Thema hält für jeden etwas bereit. Anfängliche Sorgen, ob gerade die technischen Themen machbar sind, zerstreuen sich schnell.

Das erste Gebot: Du sollst nicht jedes Buch kaufen.

Bevor ihr euch an die teure Anschaffung von “Pflichtlektüren” macht, die im schlechtesten Fall im Bücherregal verstaubt, lohnt sich ein Besuch in der HdM-Bib. Diese ist mit allen Pflichtlektüren, weiterführender Literatur der Dozent:innen und darüber hinaus einem beachtlichen Sortiment an DVDs und E-Journals ausgestattet. Das große Angebot der HdM-Bib ermöglicht euch sogar den Zugang auf statistische Datenbanken, Video-Tutorials und E-Books. Sollte die HdM mal eine Veröffentlichung nicht im Angebot haben, könnt ihr einen Anschaffungswunsch beim Bibliothekspersonal äußern. Wollt ihr das Buch dennoch besitzen, könnt ihr es auch günstig secondhand erwerben. Ihr müsst also nicht tief in den Geldbeutel greifen, um gute Noten zu schreiben.

Nehmt alles mit!

Die Zeit vergeht schnell und das Studium besteht nicht nur aus Lehrveranstaltungen und Gruppenarbeiten. Die HdM ermöglicht es euch, in verschiedene Themenfelder reinzuschnuppern, die über den eigenen Studiengang hinaus gehen. Neben der Möglichkeit, Lehrveranstaltungen und Praxisprojekte anderer Studiengänge zu belegen, gibt es eine Vielzahl an Initiativen, für die ihr aktiv werden könnt, beispielsweise im Bereich Musik, Umweltschutz, Fotografie, Redaktion oder in der Internationalisierung.

Das Studiengangteam organisiert außerdem Exkursionen für uns OMM-Studierende. Seien es Ausflüge innerhalb Stuttgarts wie zum Fernsehturm oder mehrtägige Reisen in deutsche Metropolen, bei denen Medienunternehmen besucht werden und ein Einblick in die Arbeitsabläufe und Job-Perspektiven für OMMler:innen geboten wird. Übrigens ist das eine tolle Gelegenheit, sich mit anderen Semestern zu vernetzen.

Als Student:in habt ihr auch die Chance, andere OMM-Studierende zu unterstützen: als Tutor:in, Mentor:in oder Semestersprecher:in. Hier mein Tipp: Bietet sich solch eine Gelegenheit, heißt es zugreifen! Nicht nur, weil es eine gute Ergänzung im Lebenslauf ist, sondern weil ihr großartige Erfahrungen sammeln und wertvolle Kontakte knüpfen könnt.

Zu guter Letzt: Messt euch nicht an anderen.

Nun wisst ihr also, was OMM so besonders macht, wieso ihr keine weichen Knie vor IT haben müsst und wie ihr eure Zeit an der HdM bestmöglich nutzt und genießt. Außerdem möchte ich euch mit auf den Weg geben, wie ihr in dem Ganzen nicht euren Kopf verliert: Geht euren eigenen Weg. Fächer, in denen sich andere zurücklehnen, fallen euch vielleicht besonders schwer und umgekehrt. Lasst euch nicht von Aussagen wie “Ich habe schon vor Wochen angefangen zu lernen” verunsichern. Jeder hat sein individuelles Arbeitstempo und seine eigene Art zu lernen.

Ich wünsche euch viel Erfolg und alles Gute im Studium!
Xenia.

/Xenia Stepanow
Bildcredits: Lea Amann