Anfang dieses Semesters war die Hochschule der Medien (HdM) Gastgeber für den Hackathon “Chatbot in a week” – ein Programmierwettbewerb, der in Kooperation mit Microsoft und dem Microsoft Business User Forum (mbuf) veranstaltet wurde. Redaktionsmitglied und OMM-Studierender Benjamin hat mit seinem Team am Wettbewerb teilgenommen und berichtet uns von seinen Erfahrungen.

Versetzen Sie sich in die folgende Situation: Sie sind allein auf einer langen Autofahrt und das Lied, das gerade im Radio gespielt wird, kommt bereits zum dritten Mal. Sie langweilen sich und wünschen sich nichts mehr, als ein wenig Unterhaltung. Plötzlich springt eine Kontrollleuchte in Ihrem Fahrzeug an, Sie haben aber leider keine Ahnung, was diese bedeutet. Situationen wie diese sollen schon bald Geschichte sein, dank Buddy, einem intelligenten Beifahrerbot, der von uns – drei Studierenden des Studiengangs Online-Medien-Management (OMM), zwei Studierenden des Studiengangs Wirtschaftsinformatik (WI) und einem Studenten der Medieninformatik (MI) entwickelt wurde.

Tag 1: Unsere Aufgabe

Der Hackathon begann mit einem Einführungsworkshop, um uns mit der Aufgabenstellung und der von Microsoft gestellten Software bekannt zu machen. Dieser Workshop wurde von Orange Networks, einem der wichtigsten Partner von Microsoft in Deutschland unterstützt. So konnten wir direkt in das Thema einsteigen und waren schon sehr neugierig auf die kommende Herausforderung. Im Anschluss wurden wir in Gruppen aufgeteilt und erhielten ein reales Szenario, welches von einem „Auftraggeber“ entwickelt wurde.

Dieser “Auftraggeber” war in unserem Fall die MSG Systems AG, ein IT-Dienstleister mit Hauptsitz in Ismaning bei München. Seine Aufgabe für uns bestand darin, einen Beifahrer-Bot zu entwickeln, der auf langen Autofahrten den Fahrer unterstützen, unterhalten und ihm Informationen bereitstellen soll.

Tag 2: „Hallo Bot“

Zu Beginn des zweiten Tages lernten wir Tanja von der MSG kennen, die uns die Aufgabenstellung nochmals genauer erklärte und erste Ideen zur Umsetzung vorstellte. Unser Konzept war es, einen Unterhaltungs- und Ratgeberbot zu entwickeln, der die Handbücher unterschiedlicher Automarken eingepflegt hat und diverse Spiele enthält. Bevor wir beginnen konnten, dem Bot Wissen zu implementieren, mussten wir ihn jedoch zuerst zum Sprechen bringen. Die Studierenden der Medien- und Wirtschaftsinformatik nahmen sich dieser Aufgabe an. Währenddessen kümmerte sich der Rest des Teams darum, das Wissen für den Bot zusammenzustellen und die notwendigen Informationen in zahlreichen Excel-Tabellen zu sammeln. Am Ende des zweiten Tages hatten wir die Daten für Handbücher diverser Fahrzeugmodelle, Fragen, dazugehörige lustige Antworten und amtliche Kennzeichen aus ganz Deutschland gesammelt und in den Excel-Tabellen erfasst.  Außerdem antwortete Buddy auf ein “Hallo” mit einem “Hallo” – beidseitig gesprochen natürlich.

Tag 3: „Buddy, wo befindet sich das Warndreieck?“

Um unseren Bot einem echten Beifahrer so ähnlich wie möglich zu machen, schrieben wir einen Dialog, in dem der Bot den Nutzer direkt begrüßt und Informationen zu dem aktuellen Fahrzeug abfragt. Diese Informationen ermöglicht es ihm, im Anwendungsfall zur richtigen Bedienungsanleitung des entsprechenden Fahrzeugs zuzugreifen.

Am Ende des Tages präsentierten wir stolz einen Bot, der bereits auf verschiedene Absichten des Nutzers reagieren und diese differenzieren konnte. So bekamen wir zum Beispiel auf die Frage: „Buddy, wo befindet sich das Warndreieck?“ eine detaillierte Antwort für das zuvor ausgewählte Fahrzeug. Zusätzlich war es möglich, unseren Bot in einer ansprechenden Nutzerumgebung und komplett ohne Tastatur-Input zu bedienen.

Tag 4: „Buddy, lass uns ein Spiel spielen!“

Der Freitag war nochmal ein wichtiger Meilenstein für uns: an diesem Tag endete die Hackathon-Veranstaltung offiziell, weshalb es unsere letzte Chance war, noch einmal Feedback der Kommilitonen und Hilfe der Professoren zu erfragen, bevor am Montag die Ergebnisse einer Jury vorgestellt werden sollten.

Eine Herausforderung war es, die User Experience bei der erstmaligen Nutzung des Chatbot zu verbessern. Wir entschieden uns dafür, ihn so umzuschreiben, dass er den Benutzer zunächst begrüßt und ihm eine Einweisung in alle sicherheitsrelevanten Aspekte seines ausgewählten Fahrzeugs gibt. Auch für die Unterhaltung des Fahrers haben wir im Laufe der Woche viele Spielideen gesammelt, welche wir in einer Testumgebung geprüft und anschließend in den Produktiv-Code implementiert haben.

Tag 5 & 6: „Wie ist das Wetter in Stuttgart?“

Nachdem die Grundfunktionen unseres Buddys bis zum Wochenende fertig entwickelt wurden, machten wir uns anschließend daran, zu optimieren.

Dazu gehörte insbesondere, dass die App möglichst genau versteht, was der Nutzer von ihr möchte.  Um das zu erreichen, lag ein großer Fokus auf der Optimierung der Spracheingabe. Wir schickten also die unterschiedlichsten Anfragen an den Bot und konnten so bei Fehlinterpretationen die Eingabe manuell interpretieren und richtig einordnen.

Am Abend von Tag 6 konnte Buddy Fragen über zwei verschiedene Fahrzeuge beantworten, unbekannte Kennzeichen aus ganz Deutschland erfragen, Schere-Stein-Papier spielen, Auskunft über das Wetter an einem beliebigen Ort geben und Witze sowie die Top drei News auf Deutsch vorlesen.

Abschlusspräsentation – Tag 7

Der letzte Tag war die Kür: Zum Abschluss des Hackathons konnten wir die Ergebnisse im Rahmen des SharePoint-Forums präsentieren. Zusammen mit großartigem Feedback wurde unsere harte Arbeit mit dem dritten Platz belohnt. Darüber hinaus gewannen wir eine Einladung zum mbuf (Microsoft Business User Forum) Jahreskongress in Karlsruhe.

Am Ende der Woche lässt sich sagen: Auch wenn wir keinem primär technischen Studiengang angehören, konnten wir mit viel Begeisterung auch als OMM-Studierende ein herausragendes Ergebnis erzielen. Vor allem die Arbeit an einem realen Szenario hat das Projekt für uns sehr interessant gemacht. Besonders das Programmieren im Team war für uns als OMM’ler eine gute Erfahrung und Vorbereitung auf das Web-Projekt im dritten Semester. Für uns alle war die Veranstaltung eine äußerst bereichernde Erfahrung, die wir jedem Studierenden nur empfehlen können.

/Benjamin Kampka

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