Das OMM-Studium ist wie ein eigenes großes Projekt: Jedes Semester bildet einen Meilenstein und wir Studierenden arbeiten gespannt auf den krönenden Abschluss, die Bachelorthesis, hin. Dazwischen gibt es noch eine Menge Projekte. Aber wie unterscheiden sich die sogenannten fachspezifischen, interdisziplinären und transdisziplinären Projekte genau? Und wie viele muss ich wovon wählen? 

Im folgenden Leitfaden zur Projektwahl beantworten wir diese Fragen. So könnt ihr euch gut vorbereitet auf die vielseitigen Themen freuen.

Vertiefung voraus!

Wie genau sind Projekte im OMM-Studium geplant? Dazu machen wir einen kurzen Exkurs in den allgemeinen Aufbau des Studiums. Online-Medien-Management sieht eine Regelstudienzeit von sieben Semestern vor: In den ersten beiden Semestern (Grundstudium) bilden die Pflichtmodule ein starkes Fundament in den Bereichen BWL, IT, Storytelling und Wissenschaftliche Grundlagen.

Ab dem dritten Semester beginnt der individuelle Teil des Studiums: Hier, im Hauptstudium, könnt ihr durch die Wahl der verschiedenen Module eure eigenen Schwerpunkte setzen. Stellt euch die Projekte einfach wie euren persönlichen Stimmzettel vor: Gemeinsam mit den Modulen im Bereich Spezialisierung (siehe Infografik 1) tragen sie dazu bei, euer Studium ganz nach euren Stärken und Interessen auszurichten. Denn Online-Medien-Management geht über die generalistische Perspektive hinaus: Im Wahlpflichtbereich habt ihr die Chance, Expert:innen zu werden! Gemeinsam mit anderen Studiengängen der Fakultät werdet ihr kreativ und könnt etwas schaffen, auf das ihr lange stolz sein dürft. So haben OMMler:innen im Rahmen des interdisziplinären Projektes “Coworking als Chance für öffentliche Institutionen im ländlichen Raum” im Sommersemester 2020 beispielsweise Handlungsleitfäden entwickelt, um diese neue Arbeitsform außerhalb urbaner Gebiete zu unterstützen. Weitere Projekte und ihre Ergebnisse findet ihr auf der Website unserer Fakultät.

Der Wahlpflichtbereich im Hauptstudium

Werfen wir als Erstes einen Blick in den Wahlpflichtbereich. Dieser gliedert sich in zwei Teile: Spezialisierung (im dritten, sechsten und siebten Semester) und Projekte (im sechsten und siebten Semester). Insgesamt macht der Wahlpflichtbereich 50 der 210 ECTS des OMM-Studiums aus.

Wie die Infografik veranschaulicht, verteilen sich 35 ECTS davon auf den Bereich Projekte. Es wird zwischen den Kategorien fachspezifisch, interdisziplinär und transdisziplinär unterschieden.

Infografik 1: Grundaufbau des Wahlbereichs im Studium

Unterschiede und Charakteristika der drei Projektarten

Konkretisieren wir die Begriffe: Was bedeutet fachspezifisch, inter- und transdisziplinär?

Im Grunde haben alle Kategorien eines gemeinsam: sie sind offen für alle Studierenden der Fakultät Information und Kommunikation. Doch unterscheiden sie sich darin, welche Fachrichtungen involviert sind.

Bei den fachspezifischen Projekten gibt es die vier Vertiefungsrichtungen

  • Management,
  • Informationstechnologie, 
  • Medienproduktion 
  • und Medien/Kultur. 

Der Name fachspezifisch verdeutlicht, dass die Angebote optimal auf einen dieser Schwerpunkte zugeschnitten sind. Von Social Media-Strategien über Big Data bis hin zu Eventdesign bieten sich für alle Online-Medien-Manager:innen spannende Themen.

Was die fachspezifischen Projekte von den anderen Veranstaltungen abgrenzt, ist die ECTS-Anzahl: Sie haben einen Umfang von 5 ECTS – das entspricht in etwa einem Arbeitsaufwand von 150 Zeitstunden. Das Modul erstreckt sich über ein Semester.

In den interdisziplinären Projekten stehen euch gleich zwei Lehrende unterschiedlicher Fachrichtungen zur Seite, weil es sich in dieser Kategorie immer um eine Verbindung aus zwei der oben genannten Vertiefungsrichtungen handelt. Ihr könnt frei aus diesen wählen, die genaue Anzahl der angebotenen Projekte variiert jedoch von Semester zu Semester. Neben dem oben genannten Beispiel „Coworking im ländlichen Raum“ werden als interdisziplinäre Projekte viele weitere abwechslungsreiche Themen-Kombinationen angeboten. Im aktuellen Semester geht es zum Beispiel um Chatbots und Assistant Bots in der Unternehmensberatung, interaktives Ausstellungsdesign oder Imagekommunikation. In interdisziplinären Projekten werden 10 ECTS über ein Semester verteilt erbracht, was etwa 300 Arbeitsstunden ergibt.

Die transdisziplinären Projekte sind mit 20 ECTS (circa 600 Arbeitsstunden) die umfangreichsten. Aber keine Sorge, dieses Modul erstreckt sich dafür auch über zwei Semester. So ist genug Zeit da, sich intensiv in eine Thematik einzuarbeiten. Wie bei den anderen Kategorien variiert das Angebot hier von Semester zu Semester.  

Zum Beispiel wird das “Institut für angewandte Kindermedienforschung” (IfaK) seit dem Sommersemester 2019 im Rahmen eines transdisziplinären Projekts gestaltet. Diese Einrichtung wurde schon vor 20 Jahren gegründet und wird jetzt durch die Ideen der Studierenden optimiert. Um Kinder über die Medienwelt aufzuklären, sind alle Kenntnisse gefragt: Von der Recherche zum „Hörmedium des Monats“ über die Erstellung von Visual Content bis hin zu Marketing und Webentwicklung könnt ihr durch eure Kreativität wertvolle Inhalte erschaffen. In transdisziplinären Projekten könnt ihr also bei etwas Großem dabei sein.

Wie ihr seht, unterscheiden sich die Projekte hauptsächlich anhand ihres Umfangs, ihrer Ausrichtung und ihrer Dauer. Was alle gemeinsam haben, ist die Vielfalt der Themen und die Möglichkeit, mit anderen Studierenden der Fakultät zusammenzuarbeiten.

Die folgende Tabelle fasst nochmal zusammen, was die drei Kategorien ausmacht:

Tabelle 1: Die drei Projektarten

Die ECTS-Verteilung 

Wie verteilt ihr die 35 ECTS nun am besten? Wann plant ihr idealerweise wie viele ein?

Infografik 2: ECTS-Verteilung im Hauptstudium

Die Infografik fasst den Aufbau laut der gültigen Studienprüfungsordnung (SPO) zusammen und zeigt, wie Wahlpflichtmodule gelegt werden können. Im dritten Semester habt ihr die erste Wahloption und könnt fünf ECTS aus dem Wahlpflichtbereich Spezialisierung belegen. Damit ist der erste Schritt in Richtung Expert:in getan. Im vierten Semester liegt der Fokus wieder auf den Pflichtmodulen, dafür sind die Möglichkeiten im darauffolgenden Praxissemester durch die Wahl des Praktikumsplatzes sehr vielfältig.

Projektmodule werden also üblicherweise im sechsten und siebten Semester belegt. Das sechste Semester umfasst 30 ECTS, die ihr frei aus Projekten und Modulen aus dem Bereich Spezialisierung aufbauen könnt. Im siebten Semester hingegen werden nur noch die verbliebenen 15 ECTS geleistet, da hier das Schreiben der Bachelorarbeit (12 ECTS) vorgesehen ist.

Wie geht ihr an die Wahl heran?

Ihr wisst nun Bescheid, was die Spezialisierung im Studium ausmacht, welche Projekte es gibt und wie viele ECTS laut SPO belegt werden müssen. Wie wird aber konkret gewählt?

Zunächst ist es wichtig zu beachten, dass verpflichtend ein fachspezifisches Projekt gewählt werden muss. Außerdem ist es Voraussetzung, mindestens ein inter- oder transdisziplinäres Projekt im Verlauf des Studiums zu wählen. Die verbleibenden ECTS könnt ihr aufteilen, wie ihr möchtet. Hierzu könntet ihr auch Module mit Projektcharakter aus anderen Fakultäten wählen. Dies muss mit den jeweiligen Dozent:innen sowie dem Studiendekan (Prof. Dr. Stephan Wilczek) abgesprochen werden. Ebenso ist es möglich, ECTS mit Modulen aus dem Auslandssemester zu füllen. Wenn ihr Fragen zum Anrechnungsprozess habt, dann wendet euch an unsere OMM-Auslandskoordinatorin Tamara Ebner.

Die eigentliche Wahl findet über das allgemeine Wahltool der Fakultät statt. Weitere Informationen und den aktuellen Link zum System bekommt ihr von Simone Anthes, die in unserer Fakultät für den Wahlprozess zuständig ist, rechtzeitig per E-Mail gesendet. Achtet also auch in der vorlesungsfreien Zeit darauf, eure HdM-E-Mails regelmäßig abzurufen. Die Wahl für das Folgesemester findet immer bereits kurz nach Semesterende statt.

Fazit: Jedes Profil sieht anders aus!

Die Projektwahl kann auf den ersten Blick komplex und vielschichtig erscheinen. Aber denkt einfach daran, dass es um euch und eure Spezialisierung geht. Hier könnt ihr euch nach Herzenslust ausprobieren! Optimal ist es, sich vor der Wahl zu überlegen, in welche Richtung ihr gehen möchtet. Das kann auch Prof. Dr. Tobias Seidl, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, bestätigen:

“Die Projektphase ist eine wunderbare Möglichkeit, das eigene Profil zu schärfen. Überlegen Sie sich, wie Ihr Profil zum Abschluss des Studiums aussehen soll und holen Sie dann für sich das Beste aus der Projektphase heraus. So gute und kostengünstige Lernmöglichkeiten wie im Rahmen des Studiums erhalten Sie so schnell nicht wieder.”

Weitere Informationen und die Beschreibungen der aktuellen Projekte findet ihr im Moodle-Kurs “Wahlangebote der Fakultät IuK” sowie in eurer SPO.

/Jennifer Klenk

Bildcredits: Adem Dogan

Titelbildcredits: Zoé Piater