Für einige Studierende ist schon zu Beginn des Studiums klar, dass sie für das Praktikum im fünften Semester ins Ausland gehen möchten. Für die meisten steht diese einmalige Möglichkeit jedoch gar nicht zur Debatte. Warum eigentlich?

Dabei liegen die Vorteile doch klar auf der Hand! Neben der Verbesserung der Sprachkenntnisse, einem weiteren Highlight im Lebenslauf und der Möglichkeit fremde Kulturen kennenzulernen, profitieren die Studierenden vor allem von den ganz persönlichen Erfahrungen. Denn wenn man für ein halbes Jahr in das Leben einer anderen Stadt, eines anderen Landes, eintaucht, dann sind diese sechs Monate viel mehr als einfach nur ein übliches Semester – sie sind eine spannende 180-tägige Reise! Auf dieser Reise lernt man interessante Menschen kennen, erlebt die Arbeitskultur anderer Länder und wird nach ein paar Monaten fast schon heimisch in der anfangs so fremden Stadt.

Dieses einmalige Gefühl erleben zu können, setzt jedoch einige Planung voraus. Wenn man aber strukturiert vorgeht und ein paar Punkte beachtet, steht dem Auslandsaufenthalt nichts im Wege, im Gegenteil, man profitiert in vielerlei Hinsicht. Dabei spielt neben den persönlichen Erfahrungen natürlich auch die Tätigkeit im Unternehmen eine große Rolle. Gerade in der zunehmend globalisierten Welt setzen Arbeitgeber vermehrt auf Mitarbeiter, die auch mal den Blick über den Tellerrand gewagt und sich neuen Herausforderungen – etwa einem Auslandsaufenthalt während des Studiums – gestellt haben.

Frühzeitige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg

Auch wenn ein Auslandspraktikum im Vorfeld viel Eigeninitiative, Motivation und Durchhaltevermögen in Anspruch nimmt, der Aufwand lohnt sich allemal. Eine kleine Recherche unter Kommilitonen, welche das Praxissemester im Ausland verbracht haben, erzeugt durchweg positives Feedback: „Das Auslandspraktikum war ein absoluter Erfolg. Ich hatte spannende Einblicke in die dortige Arbeitswelt und konnte tolle Persönlichkeiten aus aller Welt kennenlernen“ erzählt etwa Alexander Hell, Student des Studiengangs Online-Medien-Management im siebten Semester. Er war im Wintersemester 2015/2016 in Singapur und arbeitete dort für Bosch im Bereich IT Service Management & Consulting. Er schwärmt von seiner Zeit in Asien und konnte nach seiner Rückkehr sogar eine Stelle als Werkstudent beim schwäbischen Weltmarktführer ergattern. „Egal ob Praktikum oder Studiensemester, wer die Möglichkeit hat ins Ausland zu gehen, sollte sie auf jeden Fall nutzen. Auch wenn der Planungsaufwand im Vergleich zu einem Praktikum in Deutschland etwas größer ist, er lohnt sich auf jeden Fall“ ergänzt Julian Hechler, der ebenfalls im siebten Semester Online-Medien-Management studiert und sein Praktikum bei der Deutsch-Schwedischen Handelskammer in Stockholm absolviert hat.

Doch was muss ich bei der Planung eigentlich beachten? Welche Kosten kommen auf mich zu? Und benötige ich ein Visum? Um dir die Planung zu erleichtern und dir einen kleinen Überblick zu geben, findest du im Folgenden die wichtigsten Punkte, die es auf dem Weg zum Auslandspraktikum zu beachten gilt.

 

Frühzeitige Planung

Zu früh gibt es nicht! Wenn du mit dem Gedanken spielst, dein Praktikum im Ausland zu absolvieren, kannst du gar nicht frühzeitig genug mit der Planung beginnen. Das Akademische Auslandsamt der Hochschule der Medien empfiehlt, bereits ein Jahr vor dem geplanten Aufenthalt erste Informationen einzuholen und sich mit den grundlegenden Fragen auseinanderzusetzen: Welches Land kommt für mich in Frage? Wo finde ich einen Praktikumsplatz? Wie sieht es mit der Finanzierung aus?

Wahl des Landes und der Stadt

Die Wahl des Gastlandes sollte im Vorfeld reichlich überlegt sein. Neben der Sprache, der Kultur und den Kosten müssen auch mögliche Regulierungen und rechtliche Hindernisse im Hinterkopf behalten werden. So gilt zum Beispiel für Praktika in Singapur eine Altersbeschränkung von 18 bis 25 Jahren. Bei diesen und weiteren Fragen rund um die Wahl des Gastlandes hilft dir das Akademische Auslandsamt gerne weiter. Die Sprechzeiten sind jeweils dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Wahl des Unternehmens

Neben der Sprache gehört natürlich die Wahl des Unternehmens zu den primären Fragen bei der Planung des Auslandspraktikums. Favorisiere ich eher ein kleines Unternehmen oder einen international agierenden Weltkonzern? Während kleine Unternehmen oftmals spannendere Aufgaben zu vergeben haben und du tiefere Einblicke hinter die Kulissen erhältst, ist die Bezahlung und unter Umständen auch die Reputation im Lebenslauf bei internationalen Konzernen oft besser. Bei der Suche nach dem geeigneten Praktikumsplatz lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Webseite des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) – dort findest du eine umfangreiche Liste kostenfreier Praktikumsbörsen.

Finanzierung und Fördermittel

Wer sich für ein Praktikum innerhalb der EU entscheidet, darf sich über Fördermittel aus dem ERASMUS+ Programm der Europäischen Union freuen. Diese stehen allen Studierenden in Europa zu und können sowohl für Praktika als auch für Studienaufenthalte im europäischen Ausland beantragt werden. „Studierende können im Bachelor- und im Masterstudium jeweils für ein volles Jahr eine Förderung durch das europäische Austauschprogramm ERASMUS+ beantragen“ sagt der Leiter des Akademischen Auslandsamts der HdM, Herr Gottfried Ohnmacht-Neugebauer. “Die Anträge für Erasmus-Praktikantenstipendien werden in aller Regel genehmigt. Ein solches Auslandspraktikum muss kein Pflichtpraktikum sein, und wenn der Antrag rechtzeitig gestellt wird, ist es sogar möglich, Stipendien für Praktika im europäischen Ausland zu erhalten, die nach dem Studienabschluss absolviert werden. Wenn ein Studierender darauf verzichtet, während oder kurz nach seinem Studium wenigstens für einige Monate ins Ausland zu gehen, dann ist dies sehr schade, weil er oder sie eine große Chance ungenützt verstreichen läßt”. Für Auslandsaufenthalte außerhalb der EU gibt es ebenfalls Förderungen. Weitere Informationen dazu findest du auf der Webseite des Akademischen Auslandsamts.

Anreise und Unterkunft

Sobald der Praktikumsvertrag vorliegt und durch den zuständigen Koordinator der HdM genehmigt wurde, beginnt der angenehmere Teil der Planungsphase. Jetzt gilt es eine Wohnung im schönsten Stadtteil zu finden und die ersten Flüge zu buchen. Bei der Suche nach einer Unterkunft eignet sich neben internationalen Portalen wie zum Beispiel Craigslist vor allem Facebook. Hier empfiehlt sich, nicht nach normalen Wohnungsbörsen, sondern nach den Facebookgruppen der jeweiligen Universitäten zu suchen. Dort vermieten die einheimischen Studenten oft ihre Wohnungen und Zimmer unter, wenn auch sie für ein halbes Jahr ins Ausland gehen.

Wenn du also strukturiert vorgehst und dir ausreichend Zeit nimmst, ist der Weg zum Abenteuer Auslandspraktikum gar nicht so schwer. Neben den Mitarbeitern des Akademischen Auslandsamts steht den OMM-Studierenden auch Frau Tamara Ebner, die internationale Koordinatorin des Studiengangs, beratend zur Seite.

/JH

Bildquelle:
A. Hell