Virtual Reality Brillen sind auch im Marketing im Trend.

In der Bahn, auf der Straße, im Restaurant – tagtäglich begegnen wir Menschen, die in ihr Smartphone versunken sind und um sich herum nichts mehr wahrnehmen. Wie sollen Unternehmen diese Menschen erreichen? 66 Prozent der Gesamtbevölkerung nutzt Mobile Devices, erst danach folgen Laptops (57 Prozent) und der stationäre PC (44 Prozent). Diese Ergebnisse der ARD-ZDF-Onlinestudie 2016 zeigen einen Trend, der zwar schon fast veraltet ist, jedoch immer noch von Wichtigkeit: Mobile. Hinzu kommt die immer beliebtere Kommunikation über Chats, E-Mails und Apps. Unternehmen müssen diese Entwicklungen auch in der Kundenkommunikation und bei Marketingmaßnahmen berücksichtigen. Doch welche Trends sind dieses Jahr im digitalen Marketing unbedingt zu verfolgen und was bedeutet das für unseren Studiengang Online-Medien-Management?

Austausch mit der Praxis
„Durch die schnelle Entwicklung im Bereich digitales Marketing ist es eine besondere Herausforderung, in der Ausbildung die aktuellen und relevanten Inhalte zu berücksichtigen“, erklärt Prof. Dr. Sarah Spitzer, Marketing-Expertin und Dozentin im Studiengang OMM. „Wir nutzen gerne den Austausch mit internationalen Kolleginnen und Kollegen. So können wir immer wieder reflektieren, was neben aktuellen Themen die relevanten Kompetenzen sind, die wir den Studierenden vermitteln müssen, damit sie langfristig in der Lage sind, gutes Digital Marketing umzusetzen.“

Verschiedene europäische Hochschulen haben gemeinsam mit Marketingexperten aus der Wirtschaft das Projekt “Clustering Creativity” geschaffen. Dieses wird von der Europäischen Union als Erasmus+-Projekt gefördert. „Gemeinsam haben wir zum Beispiel mit Clustering Creativity eine Plattform ins Leben gerufen, auf der sich Studierende mit der Praxis vernetzen und an echten Projekten ihre Kompetenzen zeigen und anwenden können.“, so Prof. Dr. Sarah Spitzer.

Trends aus den vergangenen Jahren bleiben wichtig
Für Unternehmen im digitalen Marketing ist und bleibt Social Media ein Dauerbrenner. Die direkte Kommunikation über diese multilateralen Kanäle ermöglicht eine ständige Interaktion zwischen Kunden und Unternehmen. Diese können nicht nur einseitig Werbebotschaften an ihre Kunden senden, sondern über Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter in einem Austausch mit ihren Zielgruppen stehen. Die Werbung auf Social Media entwickelt sich stetig weiter. Moderne Formen sind z. B. das Native Marketing, bei dem Werbung in den Nachrichten-Feeds nicht wie eine Werbeanzeige, sondern ein Social-Media-Beitrag eines Nutzers wirkt, oder das Influencer Marketing, bei dem Personen mit einer großen Community, die ihre Beiträge verfolgt, für Marken werben. Hierbei wird das Vertrauen, das in diese Fürsprecher von den Zielgruppen gesetzt wird, ausgenutzt.

Durch die Globalisierung und die Digitalisierung wird der Konkurrenzdruck auf Unternehmen immer größer. Die Auffindbarkeit und das Ranking in Suchmaschinen hat daher große Bedeutung. Bei der sogenannten OnPage-Optimierung wird der Content auf der eigenen Website so angepasst, dass er bei der Suchmaschinensuche nach bestimmten Begriffen als besonders relevant eingestuft und in den Suchergebnissen möglichst an einer der ersten Stellen anzeigt wird. Die Offpage-Optimierung umfasst Maßnahmen, die außerhalb der eigenen Website geschehen, wie beispielsweise Verlinkungen von anderen Websites. Hinter der Bewertung dieser Einstufungen stecken eine Menge Algorithmen, die für die Marketingtreibenden teils bekannt, teils unbekannt sind.

Die Topics Social Media und SEO-Optimierung sowie Webanalytics werden den Studierenden in den Kursen Online-Marketing und Social Media nähergebracht. Hierbei werden Grundlagen vermittelt und an einer selbst gewählten Website ausgewertet, getestet und optimiert. Auch in verschiedenen Wahlfächern des Studiengangs wird der Umgang mit sozialen Medien und Marketing in Online-Kanälen erlernt und im Rahmen von fiktiven und realen Projekten ausprobiert. Um diese Themen im Curriculum ausreichend zu gewichten, wurde eine neue Professur mit Schwerpunkt Online-Analytics geschaffen, die seit dem Sommersemester von Prof. Dr. Jan Kirenz besetzt wird.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
Bewegte Bilder werden von Unternehmen immer mehr genutzt, um ihre Kunden anzusprechen. In den sozialen Medien geschieht dies vermehrt über Live-Videos, die dort gestartet werden können oder Stories, die innerhalb von 24 Stunden in Social Media Profilen hinterlegt werden. Für professionelleren Content werden mittlerweile nicht nur herkömmliche Image-Videos produziert, sondern auch interaktive Formen wie 360-Grad oder Virtual Reality Videos. Hierbei soll dem Konsumenten das Gefühl vermittelt werden, dass er sich inmitten des gerade gesehenen Videos befindet. Dieser VR-Trend führte in unserem Studiengang dazu, dass ein eigenes „Immersive Media Labor“ errichtet wurde, in dem Studierende nun mit einer HoloLens und einer HTC Vive selbst ausprobieren können, welche Effekte mit dieser Technik möglich sind und Lösungen zum Einsatz in verschiedenen Anwendungsfällen entwickeln.

Direkte Kundenkommunikation als Erfolgsfaktor
Marketing-Experte Dave Chaffey hat in einer Umfrage unter 2.352 Marketing-Experten herausgefunden, dass die meisten von ihnen als größten Trend das Content-Marketing sehen. Die gezielte und zielgruppengerechte Ansprache des Kunden mit passendem Content wird immer wichtiger, da der Kunde tagtäglich von einer Flut von Werbung bespielt wird. Daher müssen Kunden genau auf ihre Bedürfnisse hin angesprochen werden – mit Werbung, die heraussticht. Eine Methodik hierbei ist das Storytelling, bei dem eine Geschichte um das Produkt oder das Unternehmen herum entwickelt wird. Im Kurs Multimedia Storytelling des Studiengangs lernen die Studierenden neben den grundlegendenden Komponenten des Storytellings, sich eine „Geschichte“ für die Kunden auszudenken und zu einem fertigen Werbeprodukt zu machen.

Um zu wissen, welche Knöpfe bei den Kunden überhaupt gedrückt werden müssen, benötigen Unternehmen Informationen über ihre Kundengruppen. Deren Bedürfnisse, das Einkaufsverhalten, demografische Daten und vieles mehr werden heutzutage im Internet durch Trackingsysteme und andere moderne Techniken gesammelt. „Big Data“ ist ein weiterer Trend, den verschiedenste Marketing-Experten sehen und nutzen, u. a. bei einer Umfrage des Upload Magazins. Hierbei werden durch die Auswertung dieser großen Datenmengen Erkenntnisse gewonnen, die zu einer genaueren und individuelleren Kundenansprache führen. Im Modul Online-Marketing 2 liegt der Fokus darauf, die eher technischen Kompetenzen in den Bereichen Big Data, Webanalytics und Suchmaschinenoptimierung mit den Kenntnissen des Crossmedia-Marketings zusammenzubringen, um zu lernen, wie man gute Digital Marketing-Strategien entwickelt und realisiert.

Künstliche Intelligenz und selbstlernende Systeme
Nicht nur zur Gewinnung und Auswertung von Daten, sondern auch zur Kundenkommunikation und -Interaktion verwenden Unternehmen vermehrt moderne Technologien. Künstliche Intelligenz und insbesondere Chatbots sind Mittel zum Marketing, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Marketing-Experte Dave Chaffey sieht künstliche Intelligenz als einen der größten heutigen Trends, der in den verschiedensten Dimensionen von Werbetreibenden entlang der Customer Journey genutzt werden kann. Bei OMM wurde das Thema Chatbots als Topic für Forschungsarbeiten ausgiebig aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und kritisch hinterfragt. Auch ein Praxisvortrag von Tabea Wilke, Gründerin von Botswatch, spiegelte deren Relevanz für die soziale Plattform Twitter wieder.

Bestens vorbereitet durch das OMM-Studium
Es ist und bleibt also sehr spannend, wie wir OMM-Studierende diese Trends in Zukunft in das Marketing einbinden und nutzen können. Werden wir selbst zu Content-Entwicklern, Daten-Auswertern und durchblicken die Intelligenz von innovativen Systemen?
Vonseiten des Studiengangs sind wir jedenfalls bestens auf die digitale Marketingwelt vorbereitet. Die Grundkenntnisse in den verschiedenen Fachbereichen des Digital Marketing werden theoretisch erworben und können gleichzeitig von den Studierenden praktisch in Projekten umgesetzt werden. Durch die Anreicherung mit Trends und neuen Entwicklungen und dem Austausch mit der Praxis bleiben wir auf dem aktuellen Stand.

/KK

Quellen:
Clustering Creativity
Brandwatch
Smart Insights
OMT
Upload
Dave Chaffey

Bildquelle:
Nina Marsiglio