„Alexa, frage Professor Riemke nach der nächsten Sprechstunde“. Eine Frage, die keiner Person, sondern einem digitalen Sprachassistenten gilt. „Die nächste Sprechstunde findet am kommenden Montag um 13:45 Uhr statt“ antwortet eine sympathische Stimme. Das ist keine Zukunftsvision, sondern Realität. Sprachassistenten erfreuen sich dank der Angebote von Amazon oder Google steigender Beliebtheit. Die digitale Assistentin Alexa von Amazon ist der aktuelle Marktführer im Heimbereich. Hierzu tragen die enge Verknüpfung mit dem Dienstleistungsangebot von Amazon und das durchaus attraktive Geräteangebot mit dem Namen „Echo“ bei.

Smart Home

Mittels eines „Echo“-Geräts kann Alexa im Raum angesprochen werden und es können Anweisungen gegeben und Fragen gestellt werden. Die Assistentin kann mit Smart Home Geräten verknüpft werden. So ist es möglich, mit Alexa die Heizung zu regeln oder Lichtstimmungen abzurufen. Vorausgesetzt die notwendige Hardware steckt in den Lampen und die Heizkörperventile sind intelligent und fernsteuerbar. Alexa kann Fragen beantworten oder die eigene Musiksammlung abspielen.

Skills: Die Fähigkeiten der Maschine

Alexas Funktionen und Fähigkeiten stammen nur teilweise von Amazon. Ihre grundlegenden Fähigkeiten können durch sogenannte Skills erweitert werden. Das spannende dabei ist: Jeder kann Alexa um neue Skills erweitern. Für das Schreiben von Skills sind ein Grundverständnis des semantischen Modells und Grundkenntnisse in der Programmierung mit einer beliebigen Programmiersprache erforderlich. Das klingt auf den ersten Blick sehr kompliziert, ist aber in der Praxis sehr einfach. So einfach, dass ein grundlegender experimenteller Skill innerhalb einer Stunde geschrieben werden kann. Komplex wird es erst, wenn der Skill auch tatsächlich alltagstauglich sein soll und eine Veröffentlichung geplant ist.

Einsatz im Studiengang

Seit Anfang 2018 können Studierende von Prof. Dr. Thorsten Riemke-Gurzki Alexa fragen, wann der nächste freie Sprechstundentermin ist, ob es aktuelle Raumverlegungen gibt oder sich den Tipp der Woche geben lassen. Auch kann man sich die Temperatur, der CO2-Gehalt der Luft und den Luftdruck an der Hochschule via Alexa ausgeben lassen. Wer es ausprobieren möchte: Der Skill heißt „Professor Riemke“ und kann in Alexa aktiviert werden. Dahinter steckt ein Alexa-Skill, der auf Basis der im Studiengang verwendeten Programmiersprache PHP umgesetzt wurde.

Der Skill dient, neben seinem praktischen Nutzen, auch als Beispiel für sprachbasierte Systeme in der Lehre. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich auf die Lehrveranstaltung „Mobile Medien“ im dritten Semester freuen.

Die Zukunft

Der „Professor Riemke“-Skill wird in der Zukunft noch viel dazulernen und weitere Fähigkeiten entwickeln. So ist die Vereinbarung von Sprech-stundenterminen für eine der nächsten Versionen vorgesehen. Auch die Inhalte der Lehrveranstaltungen werden in Zukunft enger integriert. Der digitale Assistent soll ein weiterer Weg für den Zugriff auf Inhalte werden. Wie sich der Markt der digitalen Assistenten weiterentwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. Langfristig müssen die digitalen Assistenten noch zeigen, dass sie einen echten Nutzen – über die reine Technik-Spielerei hinaus – erbringen. Auch der Umgang mit den unweigerlich bei den Plattformanbietern anfallenden Daten wird ein wichtiger Erfolgsfaktor sein.

/TRG

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Amazon