In Vorbereitung dieses Sommersemesters berief der Studiengang Online-Medien-Management eine Sitzung mit seinem Unternehmensbeirat ein. Annika Bader, OMM-Studentin im fünften Semester, nahm daran teil. Hier ihr Fazit.


Unser Studiengang kooperiert mit einem Unternehmensbeirat. Als ich zum ersten Mal davon hörte, hatte ich keine Ahnung, was ein Beirat überhaupt ist und welche Aufgaben er erfüllt. Deshalb habe ich genauer nachgeforscht und hier sind meine Erkenntnisse für euch.

Ein Beirat stellt ein Gremium ausgewählter Personen dar, das einer Institution mit unterstützender und beratender Funktion zur Seite steht. Beispielsweise begegnet man in der Schule einem Elternbeirat oder in Aktiengesellschaften einem Aufsichtsrat. Wie sieht das nun bei Online-Medien-Management aus?

Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Seit der Gründung unseres Studiengangs im Jahr 2011 kommen unsere Professorinnen und Professoren in regelmäßigen Abständen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Agenturen und Start-ups zusammen, um aktuelle Trends im Bereich Betriebswirtschaft, IT und Medienproduktionen zu besprechen sowie Entwicklungspotenziale des Studiengangs zu entdecken. Das hört sich in der Theorie gut an, doch haben wir Studierende auch was davon?

Gewinnbringende Vernetzung
Im Rahmen der Beiratssitzung diskutieren Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Trends und Marktanforderungen der verschiedensten Bereiche, die unser potenzielles zukünftiges Berufsumfeld ausmachen. Diese Inhalte lassen unsere Professorinnen und Professoren anschließend auch in ihre Vorlesungen einfließen und vernetzen uns damit direkt mit aktuellen Anforderungen der Medienbranche.
Wir profitieren dabei nicht nur von dem praxisorientierten Ansatz unserer Hochschule und von OMM, sondern auch von exklusiven Tipps und Ratschlägen der Unternehmensseite.

Auch mit Blick auf das Pflichtpraktikum im fünften Semester oder den Einstieg in die Berufswelt nach dem abgeschlossenen Studium bietet uns das Gremium viele Vorteile. Der Beirat tauscht sich nicht nur mit unseren Professorinnen und Professoren über Entwicklungen in der Medienbranche aus – umgekehrt erfahren auch die Beiratsmitglieder, was sich im Studiengang tut und erhalten Einblick in Kenntnisse und Kompetenzen der Studierenden. Wenn ihr euch bei einem Unternehmen, welches im Beirat vertreten ist, bewerbt, können diese Vorkenntnisse förderlich sein.

Zusammensetzung: Ein Querschnitt unseres zukünftigen Berufsfeldes
Besonders erwähnenswert finde ich die Vielfalt in der Besetzung des Beirats: Das Gremium besteht sowohl aus Vertretern großer und mittelständischer Unternehmen, als auch aus Agenturen und Start-ups. Auch Alumnae und Alumni sind Mitglieder des Beirats, beispielsweise traf ich Jonas Schulze Dieckhoff, der sich mit dem Reiseportal urlaubstracker.de selbstständig gemacht hat. Als Start-up-Gründer und Geschäftsführer vertritt er nicht nur die Arbeitgeberseite, sondern nimmt als Online-Medien-Manager auch die Perspektive der Studenten ein. Das ist sinnvoll, weil Themen von Studierenden anders wahrgenommen werden als von Unternehmern oder Lehrenden. Im Rahmen des letzten Beiratstreffens kam beispielsweise eine Diskussion darüber auf, wie die Leistungen von Studenten bei Kooperationsprojekten mit Unternehmen vergütet werden können.

Reflexion wichtiger Kompetenzen für die Berufspraxis
Ein Beispiel für eine flexible Anpassung des OMM-Curriculums auf Basis von Rückmeldungen der Beiräte ist die Einführung des neuen „Consulting-Moduls“. Im Rahmen dieser Lehreinheit werden wir in Teams konkrete Consulting-Projekte für Unternehmen durchführen. So können wir im besten Fall unser bisher gelerntes Wissen anwenden sowie Projektmanagement- und Beratungs-Kenntnisse erwerben. Wenn ihr euch den tatsächlichen Arbeitsalltag eines Beraters nicht konkret vorstellen könnt, habt ihr mit dem neuen Consulting-Modul also die Chance, praxisnah Erfahrungen zu sammeln und selbst in die Rolle eines Consultants zu schlüpfen.

Beiräte unterstützen die Entwicklungen des neuen Consulting-Moduls, indem sie Rückmeldungen zu Struktur und Inhalten der Lehrveranstaltung geben, sowie Input zu Themen und Methoden beisteuern und Schnittstellen für spannende Projektaufgaben schaffen. In der letzten Beiratssitzung folgte schließlich noch ein Gedankenaustausch zu maßgeblichen Kernkompetenzen und Fähigkeiten, die für Consultants erforderlich sind und im Kontext der Lehrveranstaltung erarbeitet werden sollen. Bereits im kommenden Wintersemester wird das erste Consulting-Projekt pilotiert.

Forschungsprojekte auf dem Prüfstand
Im Verlauf der Beiratssitzung wurden nicht nur Lehrprojekte besprochen, sondern auch aktuelle Forschungsvorhaben. So beispielsweise das Projekt “Clustering Creativity” unter Leitung von Dr. Sarah Spitzer, Marketing-Professorin in unserem Studiengang Online-Medien-Management und Tamara Ebner, Akademische Mitarbeiterin, durchgeführt wird. Dieses Forschungsprojekt wird von „Erasmus+“, einem Programm der Europäischen Union, gefördert und zielt darauf ab, für digitales Marketings eine europaweite Plattform zu schaffen, die bessere Verankerung in der akademischen Ausbildung zu schaffen und die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu aktivieren. Auch bei diesem Anwendungsgebiet konnten Beiratsmitglieder hilfreiche Rückmeldungen geben und ihre Unternehmensnetzwerke mit dem Projekt verbinden.

Ihr seht also: Ein Beirat mit Repräsentantinnen und Repräsentanten unterschiedlicher Branchen ist in vielerlei Hinsicht hilfreich. Neben der konkreten Abstimmung von Projekten und Maßnahmen ist dieses Gremium ein wichtiger Baustein der Qualitätssicherung unseres Studiums.
Durch die Beiratssitzung habe ich ein Gefühl dafür bekommen, das viele Handlungsstränge in OMM neben dem Lehrbetrieb verfolgt werden, die dann die Lehre bereichern. Das war äußerst spannend für mich und ich freue mich, diesen Einblick mit euch zu teilen.

/AB

Bildnachweis:
Daniel Jordan