Workshop „Mehr Abenteuer und Leidenschaft, anstatt nur Anforderungen und Pflicht“

Unsere Großeltern hatten zehn Kinder großzuziehen, einen Bauernhof, Haus und Garten zu versorgen, sie mussten alles selbst einkochen, nähen, backen. Sie hatten keine gesetzlichen Urlaubstage, keinen Erholungsurlaub, keine Wellnesswochenenden und keine 40-Stunden-Woche. Warum sind wir aber offensichtlich heute mehr gestresst als unsere Großeltern damals? Das war das erste Thema, mit dem sich am 21. April 2018 er Workshop „Mehr Abenteuer und Leidenschaft, anstatt nur Anforderungen und Pflicht“ an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen beschäftigte.

Eine Studie der California State University zeigt auf, dass mehr freie Zeit auch mehr Stress bedeutet, da es unbegrenzte Möglichkeiten und Angebote gibt und es so vieles zu tun gäbe. Wir sind ständig erreichbar, sind mobil, müssen uns ständig selbst optimieren, uns weiterbilden, müssen Sport machen und unsere Kinder optimal fördern. Das macht Stress. Zudem hat sich die Arbeit deutlich verdichtet und wir müssen viel mehr entscheiden. Wenn wir beispielsweise eine Kaffeemaschine kaufen wollen, müssen wir erst mal tagelang recherchieren. Die Welt unserer Großeltern war übersichtlicher. Ebenso ist es schwierig zu sagen: „Ich habe ein gutes Zeitmanagement und bin fertig mit meinen Aufgaben für heute, ich gehe noch schwimmen.“, wenn die Chefin und alle Kolleginnen und Kollegen um einen herum völlig gestresst sind.

Im weiteren Verlauf des Workshops sammelten die Teilnehmerinnen Ideen für spannende Aktivitäten im Alltag, für Dinge, „die-man-schon-immer-mal-tun-wollte“, die „ein Leuchten in den Augen erzeugen“. In Selbstreflektionen erforschten die Frauen ihre individuellen Ressourcen und Stärken, überlegten ihre Ziele und Leidenschaft und tauschten sich über diese aus.

Alle Frauen haben sich am Ende des Workshops einen Brief geschrieben mit der Essenz des Tages, den sie in einem halben Jahr zugeschickt bekommen und der sie nochmal erinnern soll an die Kraft-bringenden Quellen, die uns strahlen lassen und uns Energie geben für unsere Aufgaben.

Text Prof. Dr. Gunda Rosenauer