Nachdem der Auftakt unserer Reihe die betriebswirtschaftlichen Schwerpunkte des Studiengangs Online-Medien-Management (OMM) vorgestellt hat, stehen in diesem Beitrag die Lehrmodule und Projekte im Fachgebiet Informationstechnik (IT) im Vordergrund. Studierende und Dozenten des Studiengangs erläutern, warum das OMM-Studium der technischen Ausbildung eine große Bedeutung zuschreibt und sich Absolventen mit Programmiersprachen, Webanwendungen und technologiegestützten Datenauswertungen auskennen sollten.

Der Hintergrund: Relevanz von IT-Kenntnissen

Die möglichen Aufgabenfelder der OMM-Absolventen sind vielfältig. Sie liegen beispielsweise im E-Business, in der IT-Konzeption/-Umsetzung, im Produkt- und Projektmanagement oder im Bereich Social-Media-/Webanalytics. Diese Themengebiete erfordern von OMM’lern ein grundlegendes Verständnis informationstechnischer Inhalte, Entwicklungsprozesse und Anwendungen. Denn mit diesem Know-how können die zukünftigen Online-Experten in Unternehmen aller Art an gefragten Schnittstellen zwischen Fach- und Querschnittsbereichen, beispielsweise zwischen Technik und Wirtschaft, agieren und vermitteln.

Prof. Dr.-Ing. Friedemann Reim lehrt in den Bereichen IT-Management, Projektmanagement, Leadership & Management und meint dazu: “Ein zukünftiger Arbeitgeber kann zu Recht erwarten, dass Personen mit einem Bachelorabschluss in Online-Medien-Management wissen, wie Online-Medien funktionieren. Als Absolvent/-in sollten Sie verstehen, wie ein Web-Auftritt technisch funktioniert. Das gilt auch für User-Tracking, Formulareingaben und Webshops. Auch wenn Sie Social Media-Kampagnen umsetzen wollen, brauchen Sie ein Grundverständnis über die betroffenen IT-Systeme und deren Schnittstellen. Sie müssen überblicken, wo und wie Sie Tracking-Daten sammeln können und eine Auswertung auch technisch umsetzen können.”

An dieser Stelle kommen Themen wie Web Analytics, Big Data, Statistik und Marktforschung ins Spiel – das Lehrgebiet von Prof. Dr. Kirenz. Er sagt: “Ein im Zusammenhang mit Online-Medien wichtiger, technologiebasierter Ansatz ist Data-Driven Marketing. Hier geht es darum, große Datenmengen zu sammeln, zu analysieren und zu nutzen, um beispielsweise Online-Kampagnen zu optimieren. Bei Arbeitsplätzen mit Bezug zu Online-Marketing-Aufgaben werden Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Daten oftmals vorausgesetzt. Aus diesem Grund befassen wir uns unter anderem in der Veranstaltung „Big Data & Webanalytics“ mit technologiegestützten Datenauswertungen.“Die dafür nötigen Tools und Skills gibt er Studierenden im Rahmen seiner Vorlesungen und Seminare an die Hand.

Die Grundlagen: PHP, Python & Co.

Im Grundstudium erhalten die Studierenden einen Überblick über das technologische Basiswissen, das unter anderem in den Lehrveranstaltungen Programmierung und Webtechnologien sowie Datenbanken vermittelt wird. OMM’ler entwickeln erste Anwendungen mit Programmiersprachen wie PHP oder Python. Letztere hat ihren Namen übrigens von der britischen Komikergruppe Monty Python, deren Comedyshow-Drehbücher der Entwickler Guido van Rossum während der Implementierung der Programmiersprache las (vgl.docs.python.org).

Die Studierenden lernen, wie Entity-Relationship-Modelle (ERM) erstellt und in eine relationale Datenbank überführt werden. Auch die Funktionsweise des Internets und der Aufbau eines Computers kommen nicht zu kurz. „Durch das OMM-Studium erhalten wir einen Rundumblick in informationstechnische Inhalte, die uns ein solides Grundverständnis vermitteln. Am Anfang kann das etwas einschüchternd sein. Deshalb war es toll, als ich das Gelernte praktisch umsetzen konnte, beispielsweise in Form meines eigenen Blogs”, sagt OMM-Student Maximilian. Zahlreiche Projekte während des Studiums ermöglichen die angesprochene Umsetzung der Theorie in die Praxis.

Die Praxiserfahrung: Informationstechnik in Projekten

Cloud-Dienst und Social Intranet 

So wird beispielsweise im 3. Semester im Rahmen des Webprojekts an Anwendungen getüftelt. OMM’ler Luca berichtet: “Ich arbeite mit zwei Kommilitonen an einem Cloud-Service, den wir eigenständig programmieren.”Hierbei nutzen die Studierenden die agile Projektmanagement-Methode SCRUM. Was das bedeutet, erklärt Luca folgendermaßen: “Wir treffen uns wöchentlich und besprechen den aktuellen Stand des Projekts. Auch auf Fragen und Probleme gehen wir gemeinsam ein. Anschließend werden die Aufgaben für die kommende Woche verteilt. So weiß jeder, was zu tun ist und was das nächste Ziel ist. Das ist bei SCRUM sehr wichtig.”

Die Anforderungen an den Cloud-Dienst legte sein Team zu Beginn des Semesters mit dem Dozenten, Prof. Dr.-Ing. Riemke-Gurzki, gemeinsam fest. “Wir müssen darauf achten, eine sichere Anwendung zu bauen. Jeder Nutzer soll sich mit Benutzernamen und Passwort anmelden können und einen eigenen persönlichen Bereich innerhalb der Cloud haben”, so Luca.

Im Webprojekt erhalten die OMM’ler einen Einblick in den Ablauf und die Herausforderungen von Entwicklungsprojekten. Außerdem sammeln die Teilnehmer Erfahrungen in der Teamarbeit und reflektieren diese. Während des gesamten Zeitraums steht der Dozent als Coach helfend zur Seite. “Wir können stets Fragen stellen und mit Problemen auf Prof. Dr.-Ing. Riemke-Gurzki zugehen. Es macht Spaß zu sehen, wie sich unsere Cloud von Woche zu Woche entwickelt. Wir freuen uns schon auf die Abschlusspräsentation, bei der wir unserem Dozenten das Ergebnis wochenlanger Arbeit vorstellen.”

Entwicklung einer funktionsfähigen Microblogging-Plattform

Jennifer hat das Webprojekt bereits gemeistert und mit ihrem Team einen Microblogging-Dienst entwickelt. Das gemeinsame Arbeiten fand über die Plattform GitHub statt – ein Tool zur Versionsverwaltung, das Änderungen am Programmiercode protokolliert, sodass die Teams jederzeit auf demselben Stand sind.

“Vor diesem Projekt hatte ich zunächst großen Respekt. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich mir ein enormes Wissen in der Programmierung aneignen konnte”, erinnert sich Jennifer. Die Studierenden erhielten wöchentliche Beratungstermine bei Prof. Dr.-Ing. Riemke-Gurzki, so standen sie zu keinem Zeitpunkt alleine vor der vermeintlich unlösbaren Aufgabe. “Als unsere Plattform nach einem Semester fertiggestellt war, waren wir so stolz darauf, dass wir sogar eine Zeit lang über die entwickelte Nachrichten- und Posting-Funktion kommunizierten und Bilder teilten”, schmunzelt die OMM-Studentin.

Die Zukunft: Gewappnet für neue Technologien 

Solche theoretischen und praktischen Qualifikationen im IT-Bereich sind aufgrund des immer größer werdenden technischen Arbeitsumfeldes und des Agierens an den Schnittstellen verschiedener Unternehmensbereiche heutzutage ein Muss. Prof. Dr. Wilczek beschreibt dies wie folgt: “Sie als OMM’ler studieren ONLINE Medien, also Medien, die vollständig digital vorliegen und mit IT beliebig bearbeitbar sind”.

Für die Technologien der nächsten zehn Jahre, wie die Künstliche Intelligenz-basierte Produktion von Medien, Generierung, aber auch Identifikation von Fake News, Klassifikation von Nutzern und vieles mehr, haben die Online-Medien-Generalisten ein solides Fundament und Hands-on-Erfahrung. Ein großes Plus sind hierbei die zahlreichen Projekte im IT-Bereich im Rahmen des OMM-Studiums.

Kamera- und Schnitttechnik, Multimedia Storytelling und eine Prise Kreativität bilden die Grundlage der dritten Säule von OMM: Medien. Wie die Produktion einer Reportage abläuft und an welchen Projekten Studierende arbeiten, verrät der dritte Teil dieser Beitragsreihe.

 

/ Alissa Großmann, Marleen Rothhaar