Im Studiengang Online-Medien-Management treffen Studierende mit den unterschiedlichsten Hintergründen, Voraussetzungen und Vorkenntnissen aufeinander. Viele von ihnen bekommen ihren Studienplatz über das allgemeine oder das Fachabitur, manche waren nach dem Studium noch ein paar Monate im Ausland, andere konnten bereits während einer Ausbildung Berufserfahrung sammeln. Welche verschiedenen Wege es gibt, die den Zutritt zum Studiengang Online-Medien-Management ermöglichen, zeigen wir im nachfolgenden Artikel.

Erfolgreiche Bewerbung durch das Motivationsschreiben

Reicht der Notendurchschnitt des Abiturs nicht für den gewünschten Studiengang aus, kann dieser durch ein Motivationsschreiben verbessert werden. Hierbei sollen Studieninteressierte darstellen, wieso sie Online-Medien-Management studieren möchten und wieso gerade sie einen der heiß begehrten Studienplätze verdienen. Tipps für das Verfassen des Motivationsschreibens haben wir in diesem OMM.magazin-Beitrag zusammengestellt.

Eine Studentin, der das Motivationsschreiben und die Ausbildung angerechnet wurden, ist Ilona. Ihre Ausbildung als Medienkauffrau für Digital- und Printmedien in einem Buchverlag war eher printlastig. Weil sie sich darüber hinaus sehr für den Onlinebereich interessierte, bewarb sie sich mit einem Motivationsschreiben, das sie ähnlich einer Bewerbung aufgebaut hat, an der Hochschule der Medien.

Ilonas bisheriger Studienverlauf spiegelt gut die Vielfalt der Möglichkeiten, die ein OMM-Student während seiner Studienzeit hat, wieder: Sie ist mittlerweile im siebten Semester, war ein halbes Jahr im Auslandssemester in Finnland und hat ihr Praxissemester bei einer großen Versicherungsgesellschaft im Affiliate Marketing absolviert. Das Online-Medien-Management-Studium empfindet sie aufgrund der vielen praxis- und projektorientierten Arbeit als besonders zeitgemäß und sie würde diesen Weg auf jeden Fall nochmals einschlagen. Neben den Medienproduktionen und dem Verständnis für die IT hat sie auch strukturiertes Arbeiten im Team erlernt und Sozialkompetenz gewonnen.

 

Akademischer Richtungswechsel

Für Lisa war der Studienbeginn ein kompletter Richtungswechsel: Bevor sie zu Online-Medien-Management kam, studierte sie Jura. „Nach vier Semestern Jura habe ich mein erstes Praktikum gemacht und realisiert, dass ich das Studienfach auf akademischer Ebene zwar spannend finde, aber niemals den Job eines Juristen machen würde.“, so Lisa. Sie interessierte sich schon länger für die Journalismus- und Medienbranche, wollte aber nicht den langen Weg über einen Quereinstieg nach dem Jurastudium gehen, und bewarb sich daher an der HdM. Durch das Studium hat sie einen guten Überblick über die vielen verschiedenen Facetten des Online-Medien-Managements erhalten – eine Tatsache, die sich im Praktikum als Vorteil herausstellte, da sie sich schnell in unterschiedliche Aufgabengebiete einfinden konnte.

 

Vom Praktiker zum Akademiker

Thomas hat auch ohne Abitur einen Platz im Studiengang Online-Medien-Management erhalten. Nach seiner Ausbildung zum Medienkaufmann im Bereich Digital und Print hat er fast vier Jahre als Mediaberater gearbeitet und war für Verkauf und Umsetzung von Digital- und Print-Werbekampagnen zuständig. Da ihm der Digitalbereich schon damals mehr zusagte und die Aufstiegschancen ohne Hochschulabschluss relativ schwierig schienen, interessierte er sich für das Online-Medien-Management-Studium.

Ohne Abitur musste er zuerst einen Studieneignungstest bestehen, der zwei Tage lang an der Hochschule Konstanz abgehalten wurde. Dort wurden die Fachgebiete Deutsch, Englisch schriftlich, Englisch mündlich und ein speziell auf den Studiengang Online-Medien-Management abgestimmter Teil abgefragt. Bei diesem galt es einen englischsprachigen Fachartikel über Multi-Screening anhand verschiedener Fragen zu reflektieren und Fachbegriffe zu erklären. Mit dem Studieneignungstest hat Thomas eine spezielle Zulassung erlangt, die ihm das OMM-Studium ermöglicht. Das allein war jedoch noch keine Garantie auf den tatsächlichen Studienplatz: Die Bewerbung hierfür lief über das reguläre Auswahlverfahren des Studiengangs. „Ich habe letztendlich auf gut Glück Job und Wohnung kündigen müssen und mit der Zulassung hat es dann glücklicherweise geklappt.“

Dank seiner Praxiserfahrung kann er viele Verknüpfungen zur Arbeitswelt schaffen, theoretische Modelle wiedererkennen oder sich vorstellen, wie sie im Berufsumfeld realisiert werden.

 

Studieren mit langer Vorbereitungszeit

Auch Studierende aus dem Ausland finden ihren Weg zu einem Studium an der Hochschule der Medien. Mahmud, der wie Ilona inzwischen im siebten Semester studiert, kommt ursprünglich aus Bulgarien. Das Studium im Ausland zu absolvieren war für Mahmud keine Entscheidung, die er von heute auf morgen getroffen hat. Weil sich die Bildungssysteme von Bulgarien und Deutschland sehr unterscheiden, musste er bereits auf dem Gymnasium den Fremdsprachenunterricht sowie eine Leistungsklasse Deutsch besuchen. „Ich wusste immer, dass ich in Deutschland leben will, daher war es nie eine Frage, ob ich in Bulgarien bleibe und beispielsweise nur ein Semester lang an einer deutschen Uni eingeschrieben bin.“, so der 22-Jährige.

Die Bewerbung war äußerst komplex. Während er für die Abi-Prüfungen büffelte, eine mündliche und schriftliche Prüfung für ein Deutsches Sprachdiplom ablegte und natürlich auch dem Abiball entgegenfieberte, mussten viele Dinge parallel dazu erledigt werden. „Ein Blick auf die ausländischen Hochschulseiten verleiht Unsicherheit und Angst etwas falsch zu machen oder noch schlimmer: falsch gemacht zu haben. Es gibt kaum Erfahrungsberichte, dafür aber sehr viele Fristen und Fragen, die aufkommen. Noch bevor ich alle Noten bekommen habe, musste ich mich bewerben, Unterlagen übersetzen, postalisch verschicken und dazu noch eine Wohnung aus weit über 2.000 Kilometern organisieren.“ Rückwirkend bereut Mahmud seine Entscheidung nicht: Er hat den Eindruck, dass die HdM und ihre Studiengänge ein großes Unternehmen bestehend aus Mitarbeitern der Generation Y sei, das interdisziplinäres Wissen aus dem Medienbereich bündelt.

 

Viele Wege führen zum Ziel

Die Übersicht zeigt: Jeder Online-Medien-Management-Studierende hat seine eigene Vorgeschichte und persönlichen Gründe, wieso er unbedingt diesen Studiengang wählt. Alle haben sie aber eines gemeinsam: Sie gehen motiviert an die Arbeit und bringen ihre verschiedenen Stärken in die Projekte und in das Studium ein. Für jeden gibt es verschiedene Schwierigkeiten und Problematiken, aber um mit Mahmuds Worten zu enden: „Etwas weniger meckern bringt mehr!“

/KK

Bildquelle:
K. Kuderer